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Portrait: Désirée Nick
 

Désirée Nick wurde am 30. September 1960 geboren. In jungen Jahren war ihr großer Traum, Balletttänzerin zu werden. Doch ihre Beine waren für die Bühne zu lang. So besann sie sich und fand ihre Berufung als Religionslehrerin. Wer Désirée einmal sprechen gehört hat, kann das wohl nicht glauben und wird nicht verwundert sein, dass ihr Rauswurf aus dem Berufsstand mit ihrem losen Mundwerk zusammenhing.

Sie gab nicht auf und entdeckte ihr Talent, Menschen in ihren Bann zu ziehen, als Entertainerin. Sie musste lange Durststrecken überwinden, bis sie endlich da angelangt war, wo sie heute ist. Ihr größter Traum war sicher einmal, den Oscar zu bekommen. Auch das hat sie geschafft: 1996 wurde der Sohn geboren. Seitdem kommt sie neben ihren vielen Tourneen auch noch den Pflichten einer Mutter nach.

Was macht denn nun den Charme von Frau Nick aus? Zu behaupten, die vielen gut gestylten, frisch parfümierten und kultivierten Männer, die zu ihren Shows auftauchen, seien lediglich an ihren langen Beinen interessiert, kann wohl den Erfolg der Nick nicht in Ansätzen erklären. Ihre Berliner Schnauze mag doch viel eher das Interesse der Zuschauer und Zuhörer wecken. Dazu sei gesagt, dass Frau Nick - so wohlwollend man auch sein mag - nicht singen kann und keinen Ton hält. Sie weiß um diese Schwäche und scheut sich trotzdem nicht, ihr "Talent" immer und immer wieder zu präsentieren. Doch laßt die Nick selbst sprechen:

ICH WAR EINE MINDERJÄHRIGE, SCHWANGERE, ALKOHOLSÜCHTIGE, HEROINABHÄNGIGE SADO-MASO-STASI-NAZI-HURE!
Natürlich bin ich das alles nie gewesen. Ich habe Ihnen nur soeben das erste Gesetz des Showbusineß vermittelt: überraschen, übertreiben, übertrumpfen. Einfach mehr aus allem machen. Vergrößern. Außer der Nase - die muß man verkleinern. Ich mache beides nicht - und es klappt trotzdem.

Damit hat sie schon bewiesen, welche exzentrischen Kräfte in ihr wohnen. Und die zuletzt anklingende Ambivalenz verkörpert sie auch in diesem Punkt, denn sie ist eigentlich eine graue Maus. Ebenso ambivalent ist das Verhältnis des Publikums zu ihr. Entweder man vergöttert ihren Mut und ihren schlechten Geschmack, den sie ja so unverhohlen zur Schau stellt oder man wendet sich angeekelt ab.

Vielleicht ist es auch einfach ihre tragische Aura, mit der sich viele Leute identifizieren können. Wie jede richtige Diva klagt sie - ohne dabei platt zu wirken - über ihr frustrierendes Sexualleben, weshalb sie uns auch glauben machen will, der Vater ihres Sohnes sei eine königliche Hoheit und ihre Pianospieler seien nur deswegen so müde, weil sie der Diva noch ganz andere Wünsche erfüllen würden.

Inzwischen jedoch tourt sie nur noch mit Pianisten, die diesen Service lieber ausgesuchten Zuschauern, von denen ich oben schon sprach, anbieten. Wer mehr über Frau Nick wissen will, sollte sich ihre Autobiographie Bestseller einer Diva - Seit Jahren vergriffen lesen.

2004 kam Désirée Nick in die Schlagzeilen. Erst durch einen Zicken-Kleinkrieg mit Anouschka Renzi und später durch ihre Teilnahme an der RTL-Dschungel-Show "Ich bin ein Star, holt mich hier raus". Dort holte sie sich den Titel "Dschungel-Queen" und ist seitdem eine der umstrittensten Promis.

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erstellt am 27.08.1999
aktualisiert am 21.12.2004
Mathias Schwarz

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